🌑 Barnard 312 – Dunkelnebel im Schützen

Barnard 312 (B312) ist ein markanter Dunkelnebel im Sternbild Schütze (Sagittarius). Er liegt in einem der sternreichsten Himmelsabschnitte der Milchstraße und fällt durch seine dunkle Silhouette auf, die das Leuchten des Hintergrunds blockiert. Der Nebel ist ein beliebtes Ziel für Astrofotografie und Studien zur Sternentstehung.


🔭 Grunddaten

Merkmal Wert
📘 Typ Dunkelnebel
🌌 Sternbild Schütze (Sagittarius)
📏 Entfernung ca. 400–700 Lichtjahre (geschätzt)
📐 Größe am Himmel ca. 15 × 12 Bogenminuten
🌠 Größe in Lichtjahren ca. 2–3 Lichtjahre (geschätzt)
💡 Magnitude (visuell) Flächenhelligkeit: sehr gering (nur indirekt wahrnehmbar)
🧾 Kataloge Barnard 312, LDN 559
🗺️ RA (J2000) 18h 17m 44s
🗺️ DEC (J2000) −18° 39′ 54″

🌟 Besonderheiten

  • 🌌 Schatten im Sternenmeer:
    B312 hebt sich als dunkler Fleck vor dem dichten Milchstraßenhintergrund ab. Er absorbiert das Licht von Millionen Hintergrundsternen – typisch für Dunkelnebel.

  • 🧱 Teil einer Molekülwolke:
    B312 ist eingebettet in die großflächige Dunkelstruktur LDN 559 – eine potenziell aktive Sternentstehungsregion.

  • 🔭 Visuelle Wirkung durch Abwesenheit:
    Die „sichtbare Leere“ entsteht nicht durch Eigenleuchten, sondern durch das Fehlen von Licht – besonders eindrucksvoll bei klarer Transparenz.

  • 🛰️ Infrarotaktivität:
    Beobachtungen im Infrarot zeigen zahlreiche eingebettete Sterne, die im sichtbaren Licht unsichtbar bleiben – Hinweise auf junge, sich bildende Sterne.


📸 Astrofotografie-Tipps

B312 ist sowohl in RGB als auch in Hα-basierten Aufnahmen eindrucksvoll darstellbar:

Filtertyp Funktion bei B312 Bemerkung
RGB/LRGB Zeigt Sternenfeld & dunkle Silhouetten Ideal bei dunklem Himmel mit langer Belichtungszeit
Dual-Schmalband (z. B. 12 nm Hα+OIII) Emissionsumgebung sichtbar, B312 als Kontraststruktur Besonders eindrucksvoll bei aktiver Region wie Sagittarius
Hα alleine Strukturen des Emissionshintergrunds betont Staub als dunkle Absorptionsfront deutlich erkennbar

📌 Belichtung: ≥ 4–6 Stunden empfohlen für Detailtiefe
🔭 Brennweite: 300–600 mm für Gesamtstruktur; höher für Ausschnittsdetails
🎯 Gestaltungstipp: Kombination mit Umgebung (z. B. M8, M20) ergibt ästhetisch beeindruckende Felder


🔭 Beobachtungstipps

  • 🕰️ Beste Zeit:
    Juni bis August, wenn Sagittarius gegen Mitternacht hoch steht.

  • 🔭 Visuelle Beobachtung:

    • 8–10" Teleskop bei dunklem Himmel: Dunkler „Fleck“ vor Sternenfeld erkennbar

    • Großes Fernglas (15x70 oder mehr): Unter Bortle 3 oder besser sichtbar

    • Keine Filter notwendig; Kontrast ergibt sich allein aus Sternmangel

  • 🧭 Lage am Himmel:

    • Ca. 3° nordwestlich des Lagunennebels (M8)

    • Eingebettet in die dichte Sommermilchstraße – Orientierung z. B. über die Region zwischen M8 und γ Sgr

  • Teleskop: Celestron C8 SCT
  • Kamera: ZWO ASI294MC-Pro
  • Montierung: Skywatcher CQ350-Pro
  • Nachführungsteleskop: Askar 32mm f/4
  • Nachführungskamera: ZWO ASI 290MM Mini
  • Filter: IDAS NBZ (12nm Dual Narrowband)
  • Zubehör:
    • Starizona Hyperstar(FL=390mm)
    • Starizona Filterdrawer
    • Celestron Elektronischer Fokusierer
    • PrimaLuce Lab Ecco 2
    • PrimaLuce Lab Eagle 6S
    • Celestron 8" Heizring
    • Celestron 8" Aluminium Dewshield
  • Software:
    • N.I.N.A.
    • PixInsight
  • Ort: Winterthur, Garten
  • Datum:
    • 25.06.2025: 22x 240s (IDAS NBZ)
    • 26.06.2025: 37x 240s (IDAS NBZ)
    • Total: 3h 56min
  • Kamera Einstellungen
    • Gain: 121
    • Offset: 30
    • Sensor Temperatur: -10°C

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