Juni 19

CGX entäuschend – oder doch nicht?

Aufgaben für diese Nacht

Einmal war das Mount seit den Wartungsarbeiten bereits aktiv. Allerdings so kurz das ich keine Aussage über Erfolg oder Misserfolg machen konnte.
Diese Nacht sah es danach aus, dass ich ein paar Stunden Betrieb (vor allem auch mit dem neuen Equipment) unter den Sternen haben sollte. Grob hatte ich geplant ein PEC Training, die Filter Offset Berechnung und Aberrations Berechnung durzuführen, dann für 1-2 Stunden ein Ziel zu fotografieren um so auch zu sehen wie das guiding nun läuft.

Siehe bei den einzelnen Punkten wie sich alles abgespielt hat. Ich habe das Fazit schon mal aufgeklappt 😉

Nachdem das CGX endlich aus der “Werkstatt” wieder in die Freiheit durfte, war zuerst ein TPPA (Three Point Polar Alignment) nötig.
Nichts besonderes 4 Minuten und das Teleskop war ausgerichtet.

Die erste Kalibration sah gut aus, das guiding leider nicht so sehr. Ich habe im verlauf der Nacht noch versucht das Spiel zwischen Schecke und Wurmrad anzupassen, bin aber auf keinen Grünen Zweig gekommen.

Immer noch nicht OK. Aber möglicherweise ist dies einem Lockeren Click-Lock im Imagetrain und des schlechten Seeings geschuldet.

Später habe ich nach Ändern vom Guiding Algorithmus (Hysteresis -> PPEC) und Kamera Bin von 2×2 auf 1×1 ein weiteres mal eine Kalibration laufen lassen. Diese sah im Nachhinein bemerkt gar nicht gut aus.

Das Mount nur via CPWI und direkt USB Betrieben kann leider nur einen Wurm-Zyklus aufzeichnen. Dadurch kann es sein das Seeing oder Windeffekte in die PEC Daten einfliessen. Dennoch habe ich für diese Nacht darauf verzichtet noch den Handcontroller und das Celestron PEC Tool zum laufen zu bringen. Die Aufnahme ging schnell und einfach vor sich:

  1. Teleskop auf die südliche Himmelshälfte ausrichten
  2. Guiding aktivieren
  3. Aufzeichnen (ca. 10min) – CPWI stoppt automatisch und started danach die Wiedergabe

Ich habe am Folgetag noch die Daten mit dem PEC Tool ausgelesen und feststellen müssen, das CPWI den Drift nicht entfernt. Ansonsten sah die Aufnahme aber in Ordnung aus.

Darstellung der PEC Aufnahme aus dem Training.

Ich zeichne meine Setups immer in Fusion 360 um so zu planen welche Adapter oder Spacer ich benötige um den korrekten Backfocus herzustellen. Die erste Messung hat allerdings gezeigt das die Kamera etwas zu nahe am Reducer ist.

Nach einem Filteroffset Messungslauf habe ich die Kamera (inkl. Filter und OAG) um 3.5mm weiter weg vom Reducer platziert. Ich habe einfach die Spacer / Adapter ausgetauscht. Eine zweite Messung hat dann gezeigt das der Abstand nun in Ordnung ist, allerdings habe ich genau dann bemerkt das der ganze Train etwas wackelt. Daher verzeihe ich dem CGX nochmal das schlechte guiding und der Sensor Tilt ist ziemlich sicher auch eine Auswirkung davon.

Nachdem die Filter nagelneu sind, habe ich 55min “geopfert” um in 3 Iterationen die Filter Offsets zu messen (NINA Plugin). Hierzu wird für jeden Filter eine Autofocus routine ausgeführt und nachdem alle 7 Filter durch sind, wird das Ganze drei mal wiederholt um so den Durchschnitt zu berechnen. Somit kann dann in zukünftigen Image Session einfach der Luminanz Filter zum Focus finden verwendet werden und dank der nun bekannten Offsets (Focuser Positionen) können die Filter währen der Session gewechselt werden ohne das man erneut den Focus finden muss.

Nachdem einige der Madenschrauben am Baader Twist-Lock locker waren und so ein Spiel im Image Train entstanden ist, die Bedingungen auch nicht optimal waren bekommt das CGX nochmals eine Chance.
Ich kann somit keine Schlussfolgerung über Erflog oder Misserfolg der CGX Wartung fällen.

Vermutlich viele meiner Probleme sind mit den Madenschrauben (die Teils Locker waren) verbunden. Nach dem Festziehen ist keine Bewegung mehr am Image Train festzustellen

Der Player One Offaxis Guider hat leider auch ein Design Problem (konnte aber einfach gelöst werden). Der aufgesteckte und angeschraubte Focuser mit der Guide Camera hat ein Light-leakage Problem. Mit Isolations-Tape und einen Skalpell konnte ich das Problem lösen.

Leider ist die Konstruktion des OAG’s an dieser Stelle nicht OK. Der aufgeschraubte Fokuser Teil lässt Licht auf die Guidekamera einfallen. Einfache Lösung: Isolationstape.

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